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Projektlogik

Planungsinstrument für alle Phasen einer Maßnahme

Die Methode der Projektlogik bietet die Möglichkeit, Ressourcen, Planungsaktivitäten, Intervention und erwartete Ergebnisse miteinander in Beziehung zu setzen und visuell darzustellen. Dadurch wird die zugrunde liegende Logik aller Phasen einer (geplanten) Maßnahme erkennbar. Die Methode der Projektlogik, die auf dem seit circa 30 Jahren international verwendeten Ansatz des Logic Models basiert, ist als Planungsinstrument besonders geeignet und bietet eine fundierte Grundlage für die Formulierung von Anträgen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention.

 

Die Stärke der Methode ist, dass sie zu jeder Phase eines Projektes einsetzbar ist. Sie kann vor dem Beginn eines Projektes als Planungsinstrument benutzt werden, während eines Projektes, um innere Klarheit über die einzelnen Schritte des Projektdurchlaufes zu gewinnen oder nach der Durchführung einer Maßnahme. In diesem Fall kann sie die Berichtfassung erleichtern, wenn die einzelnen Elemente dokumentiert werden sollen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, je nach Bedarf auch nur einzelne Bausteine der Methode auszufüllen, z. B. wenn eine Bestandsaufnahme der Ressourcen gewünscht wird.

 

 

Abbildung 1: Methode der Projektlogik

Block, Unger, Wright (2008) eigene Darstellung



Anhand der Methode wird ein (geplantes) Projekt in drei Phasen und fünf Elemente eingeteilt.

 

 

Voraussetzungen

  • Ausreichend Zeit, um die jeweiligen Elemente (I bis V) der Methode zu eruieren und schriftlich niederzulegen

 

Anwendungsbereiche 

  • Erstellen eines Projektantrages

  • Bestandsaufnahme

  • Strategische Interventionsplanung

  • Kommunikation über geplante oder geleistete Maßnahmen (sowohl innerhalb der Einrichtung und als auch gegenüber Außenstehenden)

  • Evaluationsplanung

  • Kontinuierliches Lernen und Verbesserung der eigenen Arbeit

 

Arbeitsschritte im Überblick

 

1. Mitarbeiter/-innen für die Beteiligung am Prozess der PL-Methode gewinnen. Eine Arbeitsgruppe bilden.

2. Zeit schaffen; regelmäßige Treffen organisieren.

3. Planungsphase der Intervention beschreiben (I Bestandsaufnahme der Ressourcen, II Planungsaktivitäten)

4. Umsetzung der Maßnahme  beschreiben (III Durchführung der Maßnahme/Intervention,)

5. Ergebnisse der Intervention beschreiben (IV unmittelbare Wirkung, V Breitenwirkung)

 

 

Aufwand

 

Zeit

Die Methode der Projektlogik kann unterschiedlich aufwendig sein. Für die Erstellung eines Projektüberblicks kann ein halber Tag Arbeitszeit ausreichend sein. Wenn die Elemente zu einem Projektantrag beitragen sollen, sind dafür mehrere ausführliche Sitzungen plus Zeit für die Recherche und schriftliche Niederlegung notwendig.

 

Personal

 

Bevorzugt sollte die Arbeitsgruppe aus Personen bestehen, die für die Planung und Durchführung der (vorgesehenen) Maßnahme zuständig sind. Die PL-Methode kann aber auch von der Projektleitung bzw. einem bzw. einer delegierten Mitarbeiter/-in angewendet werden.

 

Material

 

Materialien zur schriftlichen Niederlegung (Block, Computer etc.). Bereits vorhandene Konzepte etc. als Grundlage.

 

Andere Kosten

Ggf. Recherchekosten (Literaturbeschaffung) einplanen.

 

 

Arbeitsschritte im Einzelnen

 

1. Mitarbeiter/-innen für die Beteiligung gewinnen und eine Arbeitsgrupe bilden

 

Am Prozess sollen Personen beteiligt sein, die zur Planung, Durchführung und Auswertung der (vorgesehenen) Maßnahme beitragen. Je nach Größe des Teams ist es sinnvoll, eine Auswahl von Mitarbeiter/inne/n für die Beteiligung am Prozess zu gewinnen. Nicht nur hauptamtliche Mitarbeiter/innen eines Projekts sondern auch ehrenamtliche Mitarbeiter/innen sowie Vertreter/innen der Zielgruppe kommen hier in Frage.

 

2. Zeit schaffen und regelmäßige Treffen organisieren.

Für die Sitzung(en) muss ein Zeitfenster gesucht werden, das in den Arbeitsablauf von allen Beteiligten integrierbar ist. Ggf. müssen regelmäßige Treffen organisiert werden.

 

3. Planungsphase beschreiben

I. Ressourcen / Voraussetzungen

Zu Beginn steht eine Bestandsaufnahme an: Wie viele Mitarbeiter/innen, welche Finanzen und Räumlichkeiten stehen dem geplanten Projekt zur Verfügung bzw. müssen beantragt werden, um die geplante Intervention entwickeln, durchführen und evaluieren zu können? Welche Voraussetzungen bietet die Kommune / Gemeinde bzw. das Setting, die dem Projekt für die Arbeit zur Verfügung stehen.

II. Planungsaktivitäten

Hierzu gehören alle Aktivitäten, die ein Projekt leisten muss, um eine Maßnahme zu entwickeln. Es gehören z.B. Überlegungen dazu, ob eine Weiterbildung von Mitarbeiter/inne/n notwendig ist, um sie für die Durchführung der Intervention zu qualifizieren. Des Weiteren muss geklärt werden, wie die Konzeption der präventiven/gesundheitsfördernden Maßnahme aussehen soll. Auch die Auswahl und die Bestandsaufnahme über den Bedarf der Zielgruppe gehören dazu: Wer soll womit erreicht werden?

 

4. Umsetzung beschreiben

III. Durchführung der Maßnahme

An dieser Stelle wird das Angebot, welches für die Zielgruppe geschaffen

werden soll bzw. wurde, beschrieben.

 

5. Ergebnisse beschreiben

 

IV. Unmittelbare Wirkung

 

Hier werden erhoffte Ergebnisse der Intervention bei der Zielgruppe oder in ihrer Umgebung postuliert.

 

V. Breitenwirkung

 

Hier werden die (möglichen) Wirkungen beschrieben, die über die unmittelbaren (zielgruppenbezogen) Wirkungen hinausgehen (Verhältnisprävention). Diese schließen nicht nur beabsichtigte sondern auch unbeabsichtigte Wirkungen ein: Wenn sich beispielsweise im Rahmen eines Sprachkurses für Migrant/inn/en eine Selbsthilfegruppe bildet, die sich für die Belange ihres Quartiers engagiert.

 

 

Achtung!

  • Es bietet sich an, die PL-Methode zu benutzen, um sich einen Überblick zu verschaffen und dann mit der Methode zur Entwicklung lokaler Ziele und Wirkungswege (ZiWi-Methode) die Projektlogik differenzierter darzustellen (s.  link ZiWi-Methode).
  • Die Schlichtheit der Methode ist Stärke und Schwäche zugleich. Sie erlaubt nicht, in die Tiefe zu gehen. Wirkungswege einer Interventionen werden außer Acht gelassen. Bezüge zum Kontext werden nicht hergestellt.

 

Weitere Tipps

  • Die Methode ermöglicht, einzelne Elemente einer Intervention zu beschreiben, z. B. wenn Zuwendungsgeber bestimmte Informationen abfragen.
  • Sie bietet eine Grundlage für eine effektivere Kommunikation. Zum einem dient sie der projektinternen Diskussion und kann damit auch die interne Qualitätssicherung fördern. Sie kann aber auch gegenüber Außenstehenden für Transparenz sorgen und eine Argumentationshilfe bieten; z. B.: "Um eine bestimmte Intervention zu entwickeln (Kasten III) benötigen wir folgende Ressourcen (Kasten I), ansonsten können wir die notwendigen Planungsaktivitäten (Kasten II) nicht ausführen." (s. Abbildung 1)
  • Wenn alle Elemente bearbeitet werden, können sie als Grundlage für einen Projektantrag dienen.

 

Literatur und Links

 

Harvard Familiy Research Project, http://www.gse.harvard.edu/hfrp/ (download am 24.04.08)

 

Learning from Logic Models in Out-Of-School Time. http://www.gse.harvard.edu/hfrp/projects/afterschool/resources/learning_logic_models.html (download am 24.04.08)

 

Logic Model Development Guide der Kellogg Foundation, http://www.wkkf.org/Pubs/Tools/Evaluation/Pub3669.pdf (download April 2008)

 

Logic Models Workbook. The Health Communication Unit at the Center for Health Promotion, University of Toronto

http://www.thcu.ca/infoandresources/publications/logicmodel/wkbk.v6.1.full.aug27.pdf (download April 2006)

 

A Guide to Developing Public Health Programmes: A generic programme logic model. Published in March 2006 by the Ministry of Health, Wellington, New Zealand.

Als pdf-Datei: http://www.moh.govt.nz/moh.nsf/0/ 3980073CB3F0231ECC257146001881DD/$File/Public-Health-Programmes.pdf (Stand 13.3.08)

 

McNamara, C. Guidelines and Framework for Designing Basic Logic Model. http://www.managementhelp.org/np_progs/np_mod/org_frm.htm (Stand 13.3.08)

 

Ein Link zum Vergleich der Projektlogik und der Theory of Change (vgl. ZiWi-Methode in diesem Handbuch) www.evaluationtoolsforracialequity.org/evaluation/ resource/doc/TOCs_and_Logic_Models_forAEA.ppt (Stand 13.3.08)

 

Wissenschaftlicher Text über die Erstellung eines "Programmbaums" für eine wirkungsorientierte Evaluation:

Beywl, W. (2006). Demokratie braucht wirkungsorientierte Evaluation - Entwicklungspfade im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe. In Projekt eXe (Hg) Wirkungsevaluation in der Kinder- und Jugendhilfe: Einblicke in die Evaluationspraxis. München: Deutsches Jugendinstitut.

 

SMART-Methode
  SMART-Kriterien zur Bestimmung der Ziele von Maßnahmen und Interventionen
 
ZiWi-Methode
  Entwicklung lokaler Ziele und Wirkungswege
 


Autor/-innen Block/Unger/Wright 
Dateiname: Projektlogik_Qualitaet_Ai...
   
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